REZEPT oder KONZEPT?
Viele tanzen nach einem Backrezept.
Klare Schritte. Genaue Mengen. Wenn du dich nicht 1:1 daran hältst, wird der Kuchen nichts. Sie tanzen die gleichen Abläufe, die gleichen Figurenfolgen, alles hat einen strikten Ablauf..
Backen ist Sicherheit. Backen ist Kontrolle. Aber Backen (im Tanzen) ist auch… vorhersehbar, langweilig und starr.
Wahre Social Dancer wiederum tanzen nach einem Kochkonzept.
Sie wissen, wie verschiedene Zutaten harmonieren. Sie fühlen, wann das Gericht abschmecken braucht.
Sie improvisieren mit dem, was gerade da ist.
Kochen braucht Skills, Kreativität und Situationselastizität – aber dafür hast du eben auch Freiheit.
Und das Ergebnis kann jedes Mal anders sein. Das macht alles spannender und lebendiger.
Aber eben nicht einfacher… 🤷♂️
Lange Rede, kurzer Sinn:
Social Dancing ist Kochen, kein Backen.
Genauso wie das Leben.
Wer stur am Backrezept klebt, wird im Tanz schnell frustriert sein. Sobald der Partner etwas Unerwartetes macht, sobald die Musik überrascht, sobald die Tanzfläche eng wird — der Plan ist hin. Und mit dem Plan auch die Freude. Schade…
Was bedeutet das für uns Social Dancer?
Es geht nicht darum, dass alles nach Plan läuft.
Es geht darum, viele Alternativpläne im Moment zu kreieren.
Reaktionsfähigkeit. Situationselastizität. Gelassenheit.
Und vor allem: Zuversicht.
Das Vertrauen, dass nichts Schlimmes passieren wird, wenn etwas anders läuft als gedacht.
ch verstehe aber auch die andere Seite.
Viele brauchen eine klare Struktur, um sich daran festzuhalten. Das ist menschlich. Backen ist sicherer. Backen fühlt sich kontrollierbar an. Verständlich.
Aber: Diese starre Art zu tanzen – und zu leben – bringt kaum Begeisterung. Kaum Emotion. Kaum die Möglichkeit, dass etwas Größeres, Schöneres entsteht.
Die gute Nachricht
Reaktionsfähigkeit, Situationselastizität, Gelassenheit — das sind keine Charaktereigenschaften, mit denen du geboren wirst.
Das sind Tanz-Kompetenzen, die jede/r lernen kann!
Je besser du deinen Körper kontrollierst…
Je geschmeidiger und präziser deine Bewegungen werden…
Je mehr Tools du in deiner Tanz-Werkzeugkiste hast…
…Desto mehr wächst dein Vertrauen, dass du aus jeder Situation gut heraustanzen kannst.
Ich habe dann meine Klientin nur daran erinnert, dass sie diese Fähigkeiten bereits hat. Wir haben sie seit Monaten geübt. Ich habe sie nur daran erinnert, sie zu nutzen! Gerade in unbekannten Stress-Situationen sind sie Goldwert!
Das hat sie natürlich sofort getan und siehe da – Flow, Genuss und Harmonie!
Sie war überglücklich! Es war so schön sich mit ihr zu freuen!
Genau das ist auch das Geheimnis der Profis.
Schau dir die Top-Tänzer an. Sie machen ständig „Fehler“. Dauernd. Aber du siehst sie nicht, weil sie aus jedem vermeintlichen Fehler eine coole Variation machen können.
Das ist nicht magisch oder Woodoo. Das ist Kompetenz.
Und jetzt muss es nur noch der Kopf verstehen. 😉
Beim nächsten Mal, wenn du tanzt: Lass den starren Plan los.
Stell dir nicht die Frage „Ist alles nach Plan gelaufen?“.
Stell dir lieber die Frage:
„Bin ich gerade in der besten Lage, um auf das zu reagieren, was gerade passiert? Stehe ich richtig? Habe ich die richtige Körperspannung? Bin ich aufmerksam und im Moment?“
Wenn die Antwort nein ist – gut. Dann weißt du, woran du arbeiten kannst.
Und wenn die Antwort ja ist?
Dann genieße jeden Moment.
Egal, wo der Tanz dich hinführt.
Häppy Dancing,
Dado
